Nun, vorab, Heldenhebamme ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Noch nicht. 
Ich helfe auch nicht bei der Geburt von menschlichen Babys. Werde ich nie. Ich kann Blut nicht sehen.


Meine Mission ist es, anderen beizustehen, wenn sie ihre innere Heldin, oder ihren inneren Held gebären. Es ist meine Mission, weil es meine Geschichte ist. Davon erzähle ich dir in diesem Beitrag. 

Von meiner Geschichte.. 


Meine Herkunft

Geboren wurde ich als jüngste Tochter einer vorbildlichen Zeugen Jehovas Familie. Mein Vater, ein anerkannter Ältester in der französisch-sprachigen Gemeinde in Deutschland, hatte in den 80er Jahren maßgeblichen Einfluss beim Aufbau der Organisation in Deutschland. Meine Mutter seit 60 Jahren Pionierin, hat im Alter von 9 Jahren ihr Leben dem Glauben und der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas verschrieben. Mein Bruder, 3,5 Jahre Älter, der vorbildliche Sohn, den sich meine Eltern immer gewünscht haben, tritt in die Fußstapfen meines Vaters. 

Und ich bunter Vogel mitten drin. Hm. 

Ich habe die ersten 20 Jahre meines Lebens versucht mich einzuordnen. Wirklich. Ich habe es versucht. Zu zu lassen, dass meine Geschichte und mein Schicksal besiegelt waren. Versucht alle Ungereimtheiten und unlogischen Schlussfolgerungen der Gemeinde zu ignorieren und zu vertrauen. 

Bis zu dem Tag an dem ich mich in eine Frau verliebte. Damit geriet meine vorgefertigte Geschichte ganz schön ins Wanken und fiel schließlich gänzlich in sich zusammen. 

Fuck. 


Wenn deine Realitätsblase platzt

Hast du das schon einmal in deinem Leben erlebt, dass deine gesamte Realitätsblase von einem Tag auf dem Anderen zerplatzt? Puff. Alles woran du geglaubt hast, alles was du geliebt und was dir auch Geborgenheit und Halt gab, war auf einmal weg. Ich musste lernen mein Leben Steinchen für Steinchen wieder aus meinen eigenen Überzeugungen und Bedürfnissen aufzubauen. Ohne meine Familie und mein gewohntes soziales Umfeld. Für mich eine echte Zerreissprobe – war ich eigentlich bis dahin das Nesthäkchen und machte NICHTS ohne meine Familie. Um ehrlich zu sein, mein Leben hatte für mich keinen Sinn mehr. Über einen Zeitraum von 6 Monaten versuchte ich sehr regelmäßig und relativ ernsthaft mir das Leben zu nehmen. Als ich selbst nach einem absichtlichen Zusammenprall mit einem LKW und Totalschaden an meinem Auto, nur ein paar Schrammen davon trug, begann ich zu akzeptieren, dass ich irgendwie lernen muss dieses Leben hier auf diesem Planeten anzunehmen. Ob ich will, oder nicht. Das Leben lässt mich nicht gehen. 

Meine HeldinnenGeburt begann. Ich begann Wort für Wort meine eigene Geschichte zu schreiben, zu korrigieren, Sätze und Absätze wieder zu streichen, neue hinzu zu fügen, um nun, meiner persönlichen Geschichte ziemlich nah zu kommen. Das ich heute hier stehe wo ich stehe war mir nicht vorbestimmt. Als ich mit 20 Jahren raus bin, bei den Zeugen wusste ich gerade mal wie man Politik schreibt, aber nicht was es bedeutet. Ich wusste, dass die Mauer gefallen war, aber nicht warum. Ich wusste wer die Beatles waren, aber nicht welche Lieder sie sangen. Ich wusste dass Dirty Dancing ein verruchter Film war, hatte ihn aber nie sehen dürfen. Es gab so vieles nach zu holen, dass es mich manchmal ganz entmutig zurück ließ. 

Werde ich jemals alles aufholen können, was für die meisten Menschen selbstverständlich war? Allgemein-Bildung, Geburtstage feiern, Weihnachten, Silvester….. Feiern. FEIERN!! Werde ich jemals so etwas wie Glück in mir empfinden können? 


Ich entschied mich mit dem FEIERN ANZUFANGEN

Ich entschied mich, beim Feiern an zu fangen und all das nach zu holen, das ich mir seit Jahren heimlich in meinem Zimmer ausgedacht hatte. Ich war wie eine Spirale die du los gelassen hattest und die in alle Richtungen sprang. Das war so geil. Hier ein Pillchen, hier ein Näschen, hier ein Tütchen, hier ein Wodkachen. Wahnsinn, dass mir nichts ernstes dabei widerfahren ist. Ich hatte immer zur richtigen Zeit, die richtigen Menschen um mich herum, die mir den nötigen Arschtritt verpassten, bevor ich gänzlich abrutsche. Meine Schutzengel. Danke Anne H. und Maike S. Ihr habt mich gerettet. 

“Lass mal anständig werden und Karriere machen”

Nun gut, das war wohl nicht die Geschichte die ich über mich schreiben wollte. Doch das wusste ich erst, als ich es selbst erlebt habe. 

“Lass mal anständig werden und Karriere machen.” 
Gesagt, getan.

5 Jahre später war ich auf der Überholspur, mein Gehalt 6-Stellig, 30 Menschen unter meiner “Führung”, endlich verheiratet mit meiner Jugendliebe (jaaa, die in die ich mich mit 19 verliebte). Großer und wunderschöner Freundeskreis. GEIL! Genau da wollte ich hin. 

Doch als ich dort angekommen war, war es immer noch leer in mir, die Tage mit Heulkrämpfen wurden nicht weniger. Immer in Wellen. Das Glück wohnte immer noch nicht in meinem Herzen. Ich war immer noch so traurig, jeden Tag, dass ich meine Familie nicht mehr hatte. Verdammt! Es war so schmerzvoll zu erkennen, dass ich immer noch nicht MEINE Geschichte schrieb, sondern die, wie es zu sein hat, damit es richtig ist. Im allgemein Gültigen, versteht sich. 

Nun waren schon 15 Jahre seit meinem Ausstieg vergangen. 15 lange Jahre. Und ich hatte IMMER noch keine Ahnung wie denn nun meine ganz persönliche Geschichte ging. Das gibt es doch nicht! Ich hatte sie wieder von jemand anderen schreiben lassen. Dieses Mal von der Norm der Gesellschaft. Ein guter und erfolgreicher Mensch kann Haus, Boot und so vorweisen. Haste nicht? Biste nichts! So war mein Glaubenssatz. 


“Dann werde ich halt Obdachlos!”

Gut. Gesagt, getan. Ich kündige alles und ziehe in ein Wohnmobil. Wir werden ja sehen, durch welche Hölle ich damit gehen werde und vor allem, WIE ich danach zurück kommen werde. Schaffe ich es meinen Wert zu erkennen, wenn ich nichts mehr habe, worauf ich mich beziehen kann? Wer bin ich denn noch, ohne Haare, ohne Status, ohne Freunde, ohne Wohnung? Was bleibt dann noch übrig von meiner Identität? 

2 wahnsinnige Jahre auf Reisen gingen ins Land. Mit unendlich vielen witzigen Geschichten, mit ein paar brenzligen Situationen und einem durch und durch geführten Weg. Es ist kaum zu beschreiben, was diese Reise mit mir gemacht hat und es immer noch tut. Wieviel Vertrauen ich in das Leben gelernt habe. Zu wissen, dass ich mit nichts zurecht komme, hat mir viele meiner Ängste genommen. Die Sorte von Ängsten die mich immer daran gehindert haben, wirklich meine eigene Geschichte zu schreiben. Meine allergrößte Angst war es obdachlos zu werden. Ich habe so vieles nicht getan, weil ich vor dem am meisten Angst hatte. Ich bin so oft nicht gesprungen, ich habe so oft nichts gewagt, weil ich Angst hatte am Ende des Monats die Miete nicht mehr bezahlen zu können. In dem Moment als ich es für möglich hielt, auf die Miete zu pfeifen, öffneten sich Tore in mir. Ganz neue Areale der Freiheit. Essen gibt es irgendwie immer. Ein paar Euro kann man sich schnell hier und da dazu verdienen. Wenn du keine Wohnung hast, kein Auto, nur dein Hab und Gut, das auf 5qm passt, hast du nichts mehr zu verlieren. 

“Vertraue, dass du alles wieder aufbauen kannst, 
was du einst bereits getan hast!”

Am Ende meiner Reise, nur ein paar Wochen nachdem ich meine erste Wohnung wieder bezogen hatte, erhielt ich die Nachricht dass mein Vater im Sterben liegt. Wir hatten 7 Jahre keinen Kontakt gehabt. 

Jetzt ist es wohl dran Frieden zu schließen?

Gesagt, getan. Ich kündigte meine Wohnung in Bremen und zog nach Karlsruhe, um meinen Vater bis in den Tod zu pflegen und danach für meine Mutter da zu sein. Spätestens in dem Moment als mein Vater mir heulend in den Armen lag, um mir zu sagen, wie stolz er auf mich war und dass ich aufhören soll an mir zu zweifeln, wusste ich, dass ich alles richtig gemacht hatte. Wir durften endlich Frieden schließen. Meiner Familie und mir ist trotzdem kein gemeinsamer Weg vorbestimmt – doch wir wissen um unsere Liebe und unseren Respekt. Das ist ein sehr großes Geschenk. 

So liebe ich das Leben. 

Wenn es so lebendig ist, so pulsierend, 
dass du den Herzschlag der Erde, 
an deiner eigenen Halsschlagader fühlen kannst.

Johanna Pardo

Insgeheim freue ich mich schon auf den Moment, wenn die letzten 30 Minuten meines Lebens begonnen haben und wenn sich meine Geschichte vor meinem inneren Auge abspielt. Meine ganz persönliche, selbst entworfene und geschriebene Geschichte.. 

Oh ja.. das werden coole 30 Minuten..


“So wurde ich zur Heldenhebamme”

So wurde ich zur Heldenhebamme. Es ist mein täglicher eigener Prozess, durch den ich selbst gehe. Jeden Tag ist es aufs Neue eine Entscheidung die ich für mich treffe. Ich habe auf meinem Weg sehr viele hilfreiche Tools kennen gelernt, die ich jeden Tag nutze, ich forsche jeden Tag weiter und all DAS, möchte ich an dich weiter geben. 

Wenn ich es schaffe, schafft es jeder. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass in meinem Herzen mal so etwas wie Glück sprießt. Niemals hätte ich gedacht, dass ich es mal schaffe, mich aus meiner Lebensmüdigkeit zu befreien und in Frieden mit meinem Schicksal zu kommen. Niemals hätte ich gedacht, dass meine Bildung reicht, um etwas zu sagen zu haben. Wir sind zu so viel mehr in der Lage als wir glauben, oder als das was uns in die Wiege gelegt wurde. Könnten wir das verstehen, wäre das die größte Revolution der Menschheitsgeschichte.. 

Alles verändert sich, wenn DU beschließt deine Krone aufzusetzen.

Das ist mein Job als Heldenhebamme. 
Dir zu helfen, deine ganz persönliche Geschichte zu schreiben.. und sie zu zeigen..  <3

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